OSC BREMERHAVEN - TRIATHLON

Olympischer Sport-Club Bremerhaven v. 1972 e.V.

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ÖTILLÖ Swimrun 1000 Lakes

oder

"still alive"

 

Alles fing an mit einem Zeitungsartikel. Es ging um den ÖTILLÖ in Schweden, angeblich das härteste Ein Tages-Rennen der Welt. Darauf sprangen Dirk und ich natürlich sofort an :-). 300,- EUR auf den Tisch und schon ist man angemeldet.

Das Blöde aber ist: Anmelden ist ja ganz einfach, aber irgendwann kommt dann der Tag. Nachdem wir unserer Saison nach dem BerlinMan "triathletisch" erstmal abgeschlossen hatten, konnten wir uns nun dem ÖTILLÖ zuwenden. Das Training dafür hat dann auch wirklich sehr viel Spaß gemacht: Schwimmen-Laufen-Schwimmen-Laufen, in Sievern und Stotel kennt man uns. Wir waren wirklich gut vorbereitet und hatten uns mit dem Thema beschäftigt. Was wir aber weder ahnen noch trainieren konnten war die Kälte. Der Blick auf den Wetterbericht machte uns echt Angst. Morgens 6°C Luft, am Tag nicht wärmer als 8°C, Wassertemp. zwischen 9 und 12°C . Nun hatten wir echt Schiß. Das war auch gut so, denn alle die leichtfertig an dieses Rennen gegangen sind, haben das Ziel nicht gesehen. Von ca. 180 Teams sahen nur 101 die Ziellinie, 49 Teams gaben auf, der Rest trat gar nicht erst an. Nach dem ersten von 10 Schwimmen, stiegen schon so viele Teams aus, dass ein großer Reisebus zum Rücktransport nicht ausreichte. O-Ton des Veranstalters nach dem Rennen: ".. das wohl härteste Rennen in der Geschichte des ÖTILLÖ ….. "

Aber: Dirk und ich waren ein geniales Team!! Wir sind sehr gut ins Rennen gekommen. Nach den ersten 4 km Laufen, ging es dann zum ersten mal ins eiskalte Wasser. Wir waren beide überrascht, so schlimm war es gar nicht. Wir waren aber auch von oben bis unten mit Vaseline eingecremt außerdem hatten wir alles an Neopren darüber gepackt was man kaufen kann. Wir waren sogar beim Schwimmen den meisten Teams überlegen. Unsere besondere Taktik ohne Schuhe zu schwimmen erwies sich als perfekt. Die Wechsel in die Schuhe dauerten nicht so lange wie der Zeitgewinn beim Schwimmen eingebracht hatte. So fanden wir unseren Rhythmus. Vor dem längsten Laufabschnitt von ca. 7,9 km war dann plötzlich ein See gesperrt. Zu kalt! Der Veranstalter musste umdisponieren. Uns brachte das 3 zusätzliche Laufkilometer ein. Am Ende dieser nun 11 km Laufeinheit war es uns dann sogar richtig warm. Danach dann ein langer Schwimmabschnitt und uns passierte so langsam was allen anderen Team auch passierte, wir kühlten immer mehr aus. Wir aßen zwar Gele ohne Ende, aber es war nicht möglich die Energie aufzufüllen. Jedes Einsteigen ins Wasser kostete nun Überwindung, jedes Aussteigen auch. Denn man konnte gar nicht mehr richtig loslaufen. Wir fühlten uns wie Pinoccio und liefen wie auf Holzbeinen. Jetzt realisierten wir auch auf was wir uns da eingelassen hatten. Annähernd einen Marathon-Crosslauf, in hügeligem Gelände, im Neoprenanzug, völlig durchnässt und unterkühlt und zusätzlich noch 9 km Schwimmen in eiskaltem Wasser! Die letzten 15 km waren nur noch reine Willenssache. Hier gaben nochmal viele Teams auf, aber Dirk und ich waren wirklich sehr stark, zu keiner Sekunde gab es einen Gedanken ans Aufgeben. Wir wussten das wir es schaffen würden. Und dann lag er vor uns, der letzte See. Dahinter lag das Schloss und die Finish Linie. Diese 500 Meter schwimmen würden wir auch noch schaffen. Triumphierend erreichten wir das Ufer und liefen freudestrahlend ins Ziel. Was für ein geiles Gefühl!! 6 Stunden und 21 Minuten frieren und kämpfen. Platz 46 von 181.

Da standen wir nun am ganzen Körper zitternd, wir konnten kein Gelenk mehr ruhig halten. Also haben wir schnell noch eine weitere Laufeinheit ins Hotel eingelegt. 500 Meter bis zur waren Dusche. Gott ist das schön, heiß zu duschen

Ob wir es wieder machen würden? Garantiert!!!!!

Ein phantastisches Rennformat, ein sehr intensives Erlebnis in toller Natur, eine klasse Organisation, eine tolle Atmosphäre.

Aber garantiert nicht bei dieser Kälte!! ;-)

 

Frank Gaida

© Nadja Odenhage / ÖTILLÖ 1000 Lakes
© Nadja Odenhage / ÖTILLÖ 1000 Lakes
© ÖTILLÖ Swinrun 1000 Lakes
Stand: 22.09.2017