OSC BREMERHAVEN - TRIATHLON

Olympischer Sport-Club Bremerhaven v. 1972 e.V.

Ostseeman 2009

Mein Langdistanz-Debut in Gl├╝cksburg

Am 2.8.2009 war es soweit, nach vielen Monaten der Vorbereitung und etlichen Trainingskilometer im Wasser, auf dem Rad und in Laufschuhen konnte ich endlich zu meiner ersten Langdistanz in Gl├╝cksburg starten. Eigentlich h├Ątte ich schon dieses Jahr viel lieber Roth gemacht, aber wie sich herausstellen sollte war Gl├╝cksburg es durchaus wert als Premiere ÔÇ×herzuhaltenÔÇť.

Ich war am  Vortag viel nerv├Âser als bei allen anderen Wettk├Ąmpfen bisher, so viel galt es zu bedenken. Blo├č nichts vergessen, blo├č keinen Fehler machen beim Packen der Wechselbeutel, als alles getan war und das Rad eingecheckt war, versuchte ich langsam zur Ruhe zu kommen.
Am Wettkampftag war dann schon um 4:30 die Nacht zu Ende. Um 5 Uhr in Ruhe fr├╝hst├╝cken, zum Gl├╝ck lag mein Hotel in unmittelbarer N├Ąhe zum Start/Ziel-Bereich.
Ab 6 Uhr checkte ich noch mal mein Rad und deponierte die Wechselbeutel an den daf├╝r vorgesehen Zonen..
Zwischen 6 Uhr 30 und 6 Uhr 45 durften wir uns einschwimmen, danach hie├č es sich am Strand aufstellen. Es folgten eine Viertel Stunde sehr emotionale Momente.

Um Punkt 7 Uhr endlich der Start, ich hatte mich defensiv relativ weit hinten postiert, so dass mir die ├╝bliche Start-ÔÇ×Pr├╝geleiÔÇť erspart blieb. ├ťberhaupt gab es im Wasser einen sehr r├╝cksichtsvollen Umgang miteinander. Nur an den Wendeboien gab es teils auch mal K├Ârperkontakt. Das Wetter war ├╝brigens sehr gn├Ądig mit uns, kaum Wind und eine spiegelglatte Ostsee. Die gef├╝rchteten Feuerquallen konnte ich gl├╝cklicherweise auch nirgends erblicken.
Der Schwimmkurs bestand aus 2 Schleifen ├á 1,9 km. Das Schwimmen an sich war unspektakul├Ąr, mir geht nur jedes Zeitgef├╝hl im Wasser im abhanden.
Als es wieder an Land ging zeigte die Uhr irgendwas im 1:21er Bereich an, so hatte ich mich vorher auch in etwa eingesch├Ątzt, allerdings immer mit dem Unsicherheitsfaktor offenes Wasser. Soweit also voll im Plan, beim Wechsel habe ich mir relativ viel Zeit gelassen, das Wechselzelt war voll, so blieb mir mit einigen anderen nur die Wiese davor. Neo ausziehen, Radtrikot anziehen, Socken und Radschuhe an. Es waren wohl so ca. 7min, die der erste Wechsel dauerte.

Dann auf die Radstrecke. Die ersten Meter f├╝hlten sich komisch an, die Herzfrequenz etwas zu hoch, ist bei mir aber normal am Anfang jeder Fahrt. Ich versuchte bewusst vorsichtig ins Rennen einzusteigen, blo├č nicht ├╝berzocken, blo├č jetzt nicht ├╝bertreiben.
Die Radstrecke (ein Rundkurs von 30km der 6 Mal zu durchfahren ist), hatte ich im Mai schon mal getestet, trotzdem kamen mir die teils doch ganz sch├Ân heftigen Anstiege wieder sehr ungewohnt vor, das Landschaftsprofil um Gl├╝cksburg ist mit unserem hier vor der Haust├╝r ├╝berhaupt nicht vergleichbar. Es rollte sich aber insgesamt gut.
Kurz vor einem Anstieg dann DER Schreckmoment des ganzen Rennens. Ein Ger├Ąusch von hinten vom Rad, das ich kannte. Eine Speiche war aus der Felge ausgebrochen und flatterte jetzt frei gegen den Rahmen. Es blieb nur anhalten. Ich bef├╝rchtete zu diesem Moment schon, dass das Rennen gelaufen sein k├Ânnte. Nach gerade mal 17 Radkilometern.
Ich entfernte die Speiche aus der Nabe. Wie es der Zufall so wollte war gerade das Servicefahrzeug hinter mir, wirklich helfen konnten die mir nat├╝rlich auch nicht, aber ich entschied mich, es zu riskieren und zu versuchen, das Ganze so zu Ende zu fahren. Es blieb aber immer ein unangenehmes Gef├╝hl, die Sorge es k├Ânnten noch mehr Speichen rei├čen, erf├╝llte mich nicht gerade mit Zuversicht.
Irgendwie lief es dann aber doch. S├Ąmtliche Radrunden meist um eine Stunde, also ein knapper 30er-Schnitt, waren schon leicht besser als vorher ausgerechnet. Zwischendurch rief ich mir immer wieder ins Bewusstsein zur├╝ck es nicht zu ├╝bertreiben, denn dass der Marathon es noch in sich haben w├╝rde, dass wusste ich von der kurzen Streckenbesichtigung im Mai.
Insgesamt drei Pinkelpausen auf den 180 Radkilometern signalisierten mir, dass ich auch fl├╝ssigkeitsm├Ąssig auf dem Richtigen Weg war. Auch die Ern├Ąhrung auf dem Rad klappte so wie ich es im Training so oft ge├╝bt hatte.
Auch wetterm├Ą├čig fast ideale Bedingungen, Windst├Ąrke 3, ca. 20┬░ C und bis auf wenige Ausnahmen trocken.
Der zweite Wechsel ging bedeutend schneller ab als der erste, dieses Mal hatte ich das Wechselzelt sogar f├╝r mich alleine. Ich f├╝hlte mich erstaunlich gut und bekam langsam auch die absolute Zuversicht den abschliessenden Marathon auch noch gut hinter mich zu bringen.

Auf der Laufstrecke herrschte durch einen Wendepunktstreckenteil ganz sch├Ân Verkehr, das sorgte zumindest daf├╝r, auch nicht zu schnell anzulaufen. Mein Tempo beim Laufen blieb allerdings auch sowieso recht deutlich unter den Erwartungen, die knackigen Anstiege sind mein Ding nicht. Die Versorgungspunkte nutzte ich f├╝r jeweils ganz kurze Gehpausen, gegen Ende des Marathons sorgte allein der Kopf daf├╝r, dass ich mich ├╝berwiegend laufenderweise voranbewegte (drei Pinkelpausen wieder inklusive). Mit 4:33 war der Marathon  mindestens 20 min langsamer als geplant.
Der Zieleinlauf war wie der Start wieder sehr emotional. Meine Gesamtzeit lag am Ende bei 12 Stunden 15 Minuten und 20 Sekunden.

Die Stimmung an der Strecke war sehr sch├Ân, sowohl was den Radteil, aber auch besonders was auch den Laufteil betrifft. Vor allem die Teile, die nahe dem Start-Ziel-Bereich lagen, waren mit einem tollen Publikum bev├Âlkert.

Mit der Gesamtzeit war ich sehr zufrieden, w├Ąre das Laufen nach Plan verlaufen, h├Ątte ich auch locker unter 12 Stunden bleiben k├Ânne, aber man braucht ja auch Ziele f├╝r kommende Langdistanzen.

Gl├╝cksburg und der Ostseeman werden f├╝r mich auf jeden Fall irgendwann wieder eine Reise wert sein.

3,8 km Schwimmen ÔÇô 180 km  Rad ÔÇô 42,195 km Laufen
in 12:15:20

3,8km Schwimmen 1:21:23
180km Rad              6:20:43 (inkl. beider Wechsel)
42,195km Laufen    4:33:13

 

J├Ârg Mannott

letzte Änderung: 05.08.2009
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